Altern hat ein Imageproblem.
Für viele bedeutet es automatisch: weniger Energie, weniger Lust auf Neues, weniger Möglichkeiten.
Ein schleichender Abbau, den man halt akzeptieren muss als wäre es der normale Lauf der Dinge.
Und gleichzeitig gibt es Menschen, die mit 70 oder 80 geistig wach, interessiert, lebendig sind und Freude am Leben haben.
Das führt mich zur spannenden Frage:
Warum fühlt sich Altern für manche nach Abbau an und andere bleiben einfach jung?
Die Antwort liegt weniger im Körper, als die meisten glauben. Unsere Vorstellungen im Kopf reden ein gewaltiges Wort mit!
Jetzt hab ich ihn also geschafft den besonderen Geburtstag in der Mitte des Lebens. … Ich glaube allerdings: vielleicht ist es doch noch nicht ganz die Mitte. Denn ich hab noch so viel vor, das geht sich in 50 Jahren gar nicht aus!
Und damit sind wir auch schon mitten im Thema:
Wie alt du bist, steht in deiner Geburtsurkunde. Aber wie alt du dich fühlst und sogar wirst, bestimmt vor allem dein Kopf. Studien haben gezeigt, dass Menschen im Schnitt 13 Jahre älter werden, wenn sie eine positive Einstellung zum Alter haben.
Woher kommt unsere Einstellung zum Alter eigentlich?
Ein erstes Bild vom Älterwerden entsteht schon in der Kindheit. Es wird geprägt durch die Menschen, die uns umgeben. Dadurch, wie sie über ihr eigenes Alter sprechen, wie sie mit altersbedingten Veränderungen umgehen, wie sie uns das Älterwerden vorleben.
Dazu kommen gesellschaftliche Bilder und Stereotype, die uns über Jahre begleiten. Meist denken wir gar nicht bewusst darüber nach und halten sie für selbstverständlich. Zum Beispiel „Sobald man in Pension ist, ist man alt“ oder „Wenn man alt ist, ist man auch krank“.
Das alles prägt tief in uns unsere Überzeugungen, wie Altern üblicherweise stattfindet. Und unsere Überzeugungen führen dazu, dass sie auch Realität werden.
Wie beeinflusst unsere innere Haltung unser Älterwerden konkret?
Ich hab glücklicherweise ein sehr positives Beispiel in der Familie: meine Tante.
Sie ist mittlerweile Mitte 80 und immer noch sehr interessiert, weltoffen und unternehmungslustig.
Ja, ihr Körper spielt nicht mehr bei allem mit, da sie Rheuma hat. Aber auch davon lässt sie sich nicht unterkriegen und tut alles, was möglich ist, um die Krankheit im Zaum zu halten und sagt, sie hätte bestimmt viel schlimmere Schübe, wenn sie das nicht täte. Wenn ich in ihre Augen schaue, dann blitzen die neugierig und aufmerksam wie bei einer 20jährigen. Sie ist immer positiv und optimistisch und zeigt, wie schön das Alter sein kann, wenn man daran glaubt, dass es das sein darf.
Ein wundervolles Vorbild für mich, das mir sicherlich dabei geholfen hat, eine sehr schöne Vorstellung vom Älterwerden zu entwickeln.
Wenn ich das mit anderen Menschen in meinem Umfeld vergleiche, wird der Unterschied besonders deutlich.
Ich habe auch einige Bekannte, die „erst“ Mitte 50 sind. Aber sie sagen trotzdem ganz oft “in unserem Alter braucht/macht man das ja nicht mehr”. Ständig gibts neue Wehwehchen, teilweise sogar ernsthafte Krankheiten. Das finden sie “normal”, weil die haben sie ja “geerbt”. Im Job sind alle Neuerungen anstrengend, im Grunde gilt es, nur noch bis zur Pension “durchzuhalten”. Dabei waren sie früher unternehmungslustig und fröhlich.
Für mich zeigen diese Beispiele sehr deutlich, wie stark die eigene Einstellung wirkt.
Jeder trägt ein bestimmtes Bild vom Älterwerden in sich, ohne sich dessen bewusst zu sein. Und manche nutzen dieses Bild als Ausrede, um nichts für ihre Gesundheit zu tun, weil „man ja eh alt und krank“ wird.
An genau dieser Stelle ist Verantwortung gefragt, sowohl für das eigene Bild im Kopf als auch für den Umgang mit dem eigenen Körper.
Macht Alter weniger leistungsfähig im Job?
Diese innere Haltung zum Thema Älterwerden zeigt sich nicht nur im Privaten sondern auch im beruflichen Alltag.
Denkst du, es ist normal, weniger leistungsfähig und kreativ zu sein?
Beschäftigst du dich mit neuen Entwicklungen wie KI gar nicht mehr, weil du dir denkst, dass es sich für die paar Jahre bis zur Pension nicht mehr auszahlt?
Hältst du an „Das haben wir immer schon so gemacht“ fest, weil es Sicherheit gibt?
Wenn dir bei diesen Fragen und Beispielen etwas bekannt vorkommt, dann lohnt es sich, bei deiner Einstellung genauer hinzusehen.
Was hat die Einstellung mit Longevity zu tun?
Für Longevity reicht es nicht aus, sich ausschließlich um Bewegung, Ernährung und Schlaf zu kümmern.
Es braucht auch ein positives Bild vom eigenen Älterwerden, eines, das erstrebenswert wirkt und innerlich motiviert.
Umgekehrt entsteht Lebensqualität auch nicht allein durch dieses positive Bild und den festen Glauben daran.
Bewegung, Ernährung und Schlaf brauchen genauso Aufmerksamkeit und Umsetzung im Alltag.
Damit schließt sich der Kreis zur Frage vom Anfang:
Wie kann man das Alter beeinflussen?
Altern passiert nicht einfach so.
Ein großer Teil davon entsteht in unserem Kopf durch die Bilder und Vorstellungen, die wir über Jahre mit uns tragen.
➡️ Wenn dir diese Bilder bewusst werden, kannst du anfangen, sie zu hinterfragen und zu verändern, Schritt für Schritt in eine Richtung, die sich für dich stimmig anfühlt. So lange, bis diese neuen Bilder deine absolute innere Überzeugung sind.
Du hast es also in der Hand, wie jung du dich heute fühlst und auch in Zukunft fühlen wirst.
❓Vielleicht magst du dir zum Abschluss kurz Zeit nehmen für folgende Fragen:
Welches Bild hast du von dir, wenn du 80 bist?
Wie kannst du dieses Bild verändern, sodass du dich aufs “alt werden” freust?
Wenn dich diese Gedanken angesprochen haben und du dich für den mentalen Teil der Longevity interessierst, dann melde dich zu meinem Newsletter an. Darin bekommst du Impulse und Infos dazu, was du selbst zu deiner Langlebigkeit und Lebenszufriedenheit beitragen kannst.
Alles Liebe,
Bettina

P.S.: Vielleicht gehörst du zu den Menschen, die „alt werden“ im klassischen Sinn erstrebenswert finden. Entspannt im Schaukelstuhl vor dem TV sitzen, ab und zu einen Besuch bekommen, die Heimhilfe erledigt das Nötigste und die Wehwehchen akzeptierst du einfach.
Möglicherweise fühlst du dich durch den Artikel deshalb provoziert und lehnst ihn als Beitrag zur Selbstoptimierung ab.
Das ist gut so! Dein Bild gehört zu dir, sofern du es WIRKLICH so haben willst und nicht „weil es halt so üblich ist“.
Willst du es WIRKLICH? Dann wird es sich bestimmt erfüllen 😊
P.P.S: Du hast keine Idee, wie du dein Bild vom Altern verändern könntest? Buch dir ein kostenloses Erstgespräch: bettina@bettinablach.at

